Internationalistischer Abend

Solitresen, Kicker 4 free & political music. Motto: Nicht nur hammern und sicheln, sondern auch mal “jammern und picheln”.
Keine Veranstaltung, daher diesmal KEINE Volxküche.
ab 21:00 Uhr

Solitresen, Kicker 4 free & political music. Motto: Nicht nur hammern und sicheln, sondern auch mal “jammern und picheln”.
Keine Veranstaltung, daher diesmal KEINE Volxküche.
ab 21:00 Uhr
mit Referenten aus der damaligen Bewegung, Filmclips & Volxküche
nach der Veranstaltung Solitresen
Ende April 1990 wurden im Ostberliner Bezirk Friedrichshain während des Staatsaktes der vollständigen Annektion der DDR im Zuge der HausbesetzerInnenwelle in Ostberlin und nach Aufrufen in der Westberliner Autonomen Szene die leerstehenden Häuser in der Mainzer Straße besetzt. Eine Mischung von Autonomen, Freaks, KünstlerInnen, Oppositionellen, Punks, Homos & Tunten aus Ost und West bekam für die kulturelle und politische Aneignung zahlreiche Unterstützung aus der Bevölkerung. Gerade die Mainzer Straße stand für die Tendenz, besetzte Häuser nicht mehr nur als Freiraum zur Selbstverwirklichung anzusehen, sondern auch als Orte der Konfrontation mit staatlichen Behörden und als Symbole einer politischen Selbstverortung.
Auch die legendäre Schlacht im November 1990 gegen die Räumung durch die BRD-Bullenarmada ist inzwischen zum Mythos geworden: Als am 12. November 1990, nun bereits in einem “gemeinsamen” Berlin, die Polizei drei nach diesem Termin besetzte Häuser in der Pfarr- und Cotheniusstraße räumte, eskalierte der Kampf um die Mainzer Straße. Um die ohne jeden Grund in die Fenster der besetzten Häuser spritzenden Wasserwerfer der Polizei aus der Mainzer Straße draußen zu halten, bauten die Besetzer riesige Barrikaden und zogen mithilfe eines »ausgeliehenen« Baggers tiefe Gräben quer durch die Straße. Somit war die Mainzer mitten im Berliner Novemberregen wirklich »befreites Gebiet« und die Machtfrage offen gestellt.
Trotz aller kurzfristigen Vermittlungsbemühungen durch Prominente der Wende zog der Polizeiapparat am nächsten Tag Tausende von Polizeibeamten aus Westdeutschland mit schwerem Räumgerät bis hin zu mehreren Schützenpanzern in der Stadt zusammen. Am Morgen des 14. November startete der angekündigte Angriff. Durch das umfassende Medienecho fand in der Mainzer Straße auf der symbolischen Ebene (!) auch der nicht stattgefundene »bewaffnete Konflikt« zwischen der DDR und der BRD statt.
(Quellen: Andrej Holm & Armin Kuhn “Blätter für deutsche und internationale Politik: Häuserkampf und Stadterneuerung” | Christoph Villinger “Neues Deutschland: Der lange Sommer der Anarchie“)